Freitag, 29. Juni 2018

Google: Die Marken AdWords und Doubleclick verschwinden

Große Änderungen bei Google: Der Konzern überarbeitet seine Werbeprodukte komplett und ändert im Zuge dessen auch die Bezeichnungen. So wird aus Google AdWords bald Google Ads - und auch die Marke DoubleClick verschwindet nach 22 Jahren.

Aus "Google AdWords" wird "Google Ads".
(Quelle: shutterstock.com/IB Photography)
Vor 18 Jahren ging Google AdWords, das Werbenetzwerk des US-Konzerns, an den Start. Inzwischen ist der Name beinahe ein Synonym für Erfolg - das Anzeigengeschäft ist der große Träger und spült Google jährlich Milliarden in die Kassen: Der Werbeumsatz des Suchmaschinengiganten belief sich im Jahr 2017 etwa auf rund 95,4 Milliarden US-Dollar. Jetzt spendiert das Unternehmen seinen Ad-Produkten ein großes Update, überarbeitet die Palette und ändert deren Bezeichnungen.
Konkret gibt es um die drei neuen Marken "Google Ads", "Google Marketing Platform" und "Google Ad Manager". Die Änderungen sollen in den kommenden Monaten ausgerollt werden.

Aus Google AdWords wird Google Ads

Das bisherige Google AdWords gibt es nun in dieser Form nicht mehr. Es firmiert künftig unter dem Namen "Google Ads", auch das Logo wird modernisiert. Die neue Marke soll die gesamte Bandbreite der Werbemöglichkeiten repräsentieren, die aktuell auf Google.com, YouTube, Google Maps und den anderen Partner-Websites und Apps zur Verfügung stehen.
Am Produkt selbst soll sich kurzfristig nichts ändern. Jedoch launcht Google einen neuen Kampagnen-Typ speziell für kleinere Unternehmen, der sich "smart campaigns" nennt. Konkrete Infos dazu gibt es noch nicht, es soll den Firmen aber dank Google KI-Technologien ermöglichen, "noch schneller" Anzeigen global schalten und ausliefern zu können.

Die neue Google Marketing Platform

Ebenfalls neu: Die DoubleClick Advertiser-Produkte und Google Analytics 360 Suite fusionieren zur Google Marketing Platform. 
Damit verschwindet nach 22 Jahren die Marke DoubleClick vollständig.

Der Kern von Google Doubleclick sind AdServer, mit denen Online-Werbekampagnen umgesetzt werden. Die Google Analytics 360 Suite war seit März 2016 der Nachfolger von Google Analytics Premium und richtet sich als integrierte Lösung zur Marketinganalyse an Großkunden. Es soll Anwendern bei der Website-Analyse des Nutzerverhaltens helfen

Die neue Google Marketing Platform soll Werbe- und Analyse-Technologien zusammenbringen und so Kunden bessere Ergebnisse bringen. Die Integration soll Werbekunden helfen ihre Kampagnen "an einem Ort zu planen, umzusetzen, zu messen und zu optimieren".
Ebenfalls in der neuen Marke gebündelt ist das neue Tool "Display & Video 360". Es vereint Features des DoubleClick Bid Managers, des Campaign Managers und des Studio und Audience Center, und bündelt die komplette Kampagnenbetreuung durch Kreative, Agenturleute und Media-Mitarbeiter.

Für Publisher: Google Ad Manager

Schlussendlich ändert sich auch für Publisher einiges. Die Werkzeuge "DoubleClick for Publishers" und der "DoubleClick Ad Exchange" fusionieren zur integrierten Programmatic-Plattform "GoAdd Manager".Laut Google verändert sich bei Verlagen zusehends die Art und Weise der Monetarisierung ihrer Inhalte. Hinzu kommen die steigende Anzahl an (mobilen) Geräten und die wachsende Nachfrage der Werbungtreibenden nach automatisierten Vermarkungsmöglichkeiten. Diesen Trends würde die neue Plattform gerecht werden, Publisher könnten ihre Werbegeschäfte nun einfacher und effizienter verwalten.

Eine zentrale Marke und eine zentrale Plattform

Vorrangig geht es bei dem Rebranding um eine neue, klare Linie: Die Werbewelt des Internet-Riesen umfasst nun eine zentrale Marke und eine zentrale Plattform - die Google Ads und die Google Marketing Platform. Wie Sridhar Ramaswamy, Se­nior Vice President Ads und Commerce bei Google, erklärt, sind die Änderungen auch auf die "neuen" mobilen Nutzungsgewohnheiten der User zurückzuführen. Zudem wolle man die Produkte verständlicher machen und so den Einstieg erleichtern.
Für Nutzer und Werbetreibende gibt es laut Google keine grundsätzlichen Unterschiede, sie könnten ihre Arbeit wie gewohnt fortführen. Die Änderungen im Branding hätten keinen Einfluss auf das Kampagnenmanagement, die Performance, die Navigation oder das Reporting.
Für Frank Rauchfuß, CEO von Intelliad Media, ist der Schritt von Google nachvollziehbar und eine logische Konsequenz der aktuellen Marktentwicklung. "Das digitale Werbeumfeld ist sehr dynamisch, mit einer hohen Anzahl an Werbekanälen, -formaten und -plattformen. Da ist die Vereinfachung das richtige Signal an die Marketingwelt. Dass Doubleclick als eigenständige Marke hinter Google verschwindet, werden wir verschmerzen."

Texto e fonte: Susanne Gillner

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